Dr. Marc Jan Eumann

SPD

Ein Mediengenosse klüngelt sich ins Amt 

Am 4. Dezember 2017 ließ sich Marc Jan Eumann zum neuen Direktor der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK) krönen. Die Zulassung der Kandidaten erfolgte nicht öffentlich, danach war Eumann der einzige Kandidat, die Stelle wurde zuvor nicht öffentlich ausgeschrieben. Auch liegen bis heute keine Bewerbungsunterlagen Eumanns vor. Diese Versorgung hatte Genosse Eumann einer sogenannten „Findungskommission“ zu verdanken, in ihr nahmen insbesondere der SPD genehme Vertreter Platz. Sie sollte und wollte offenbar nur Eumann finden; Bewerbungsverfahren und Fristen blieben ihr Geheimnis. Zwei Konkurrenten, die durch die Medien von dem Posten erfuhren, wurden lapidar abgewiesen: Das Verfahren sei abgeschlossen, Fristen abgelaufen. So konnte Eumann nach der Abwahl der rot-grünen Landesregierung in Nordrhein-Westfalen, in der er Staatssekretär war, schnell mit einem neuen lukrativen Posten versorgt werden. Und der befindet sich nicht in einer nachrangigen Behörde, denn die LMK kontrolliert die privaten Medien. Wie passend: Medien-Genosse Eumann beriet den SPD-Bundesvorstand – also auch Malu Dreyer – lange Zeit in Medien-Politik. Er war sogar Vorsitzender der SPD-Medienkommission! Die Klagen der zwei Konkurrenten – darunter ein Volljurist, der auf Medienrecht spezialisiert ist – wurden Wochen später abgewiesen. Der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) und den dort an Schlüsselstellen sitzenden Altparteien-Vertretern wurde höchstrichterlich Narrenfreiheit bescheinigt: Da im Mediengesetz keine Ausschreibung für die Besetzung des Direktorenpostens vorgeschrieben sei, könne man auch nicht gegen entsprechende Regelungen verstoßen haben. Ein närrischer Beschluss, der zur Fassenachtshochburg Rheinland-Filz passt! Der vorsitzende Richter des zuständigen 2. Senats, Dr. Lars Brocker, war übrigens einst Justitiar der SPD-Landtagsfraktion. Wie passend: Am 1. April trat der „erwählte“ Eumann, der sich ins Amt klüngelte, seinen Posten an.

Ganz im Sinne von Fernseh-Fürstin Dreyer: Der Rote Filz und eine gehörige Portion Dreistigkeit hatten gesiegt. Übrigens: Noch in NRW hatte Eumann durchgesetzt, dass Bewerber für den dortigen Posten des Direktors der Landesmedienanstalt Volljurist und seit mehr als 18 Monaten aus der aktiven Politik ausgeschieden sein müssen. Zwei Kriterien, die Eumann selbst nicht erfüllt, was ihn nun offenbar nicht mehr stört. Für Erfolg auf dem Arbeitsmarkt kann man eben auch mal die eigenen Prinzipien vergessen. Nach seiner „Wahl“ erinnerte er die Deutschlandfunk-Journalistin Isabelle Klein daran, dass es zum guten Ton gehöre, ihm erstmal zu gratulieren.